Vinylhandschuhe werden aus PVC-Granulat (Polyvinylchlorid), einem besonders weit verbreiteten Kunststoff, und aus Weichmachern (zum Großteil Phtalate) hergestellt. Aus PVC allein erhält man einen Hartkörper, durch die Mischung mit Phtalaten wird das Material dehnbar und formbar.
Vinylhandschuhe stimmen mit den Normvorschriften für Kunststoffe (sowohl als Medizinprodukte als auch für Lebensmittelanwendungen) überein, während für Latex- und Nitrilhandschuhe die Normvorschriften für Gummi gelten. Dieser Handschuh wurde zwar vor allem als Alternative zu Latex entwickelt, sein großer Erfolg ist aber wohl vor allem auf den Kostenfaktor zurückzuführen.
Verglichen mit Latex und Nitril ist die mechanische Festigkeit aufgrund der geringen molekularen Kohäsion niedrig. Der Handschuh ist also nicht so gut dehnbar und anfälliger für Risse und kleine Löcher und folglich weniger für Risikokategorien, insbesondere biologische Risiken, geeignet. Gemäß der REACH Richtlinie klassifizierte Vinylhandschuhe mit Phtalaten sind auch für den Lebensmittelkontakt geeignet (Richtlinie 2004/195/EWG), fett- und alkoholhaltige Lebensmittel ausgenommen, da Phtalate zu einer schnellen Migration neigen.